Der Museumshafen Carolinensiel ist Heimat für zahlreiche Traditionssegler und typgerechte Nachbauten. Die meisten der Oldtimer befinden sich in Privatbesitz und werden von ihren Eigentümern mit großem Aufwand erhalten.
Zwei der Traditionsschiffe gehören dem Deutschen Sielhafenmuseum: der Kutter GEBRÜDER und die Tjalk IMMANUEL. Sie wurden auf dem Museumsgelände mit Hilfe der VHS Wittmund/Friesland restauriert. Pflege und Betrieb übernimmt die Schiffergilde Carolinensiel.
Der Fischkutter GEBRÜDER AZ:5. wurde 1929 für rund 13.000 Goldmark in Oldersum gebaut. Der 15 m lange Segelkutter mit Hilfsmotor ist das letzte Fischereifahrzeug seiner Art an der ostfriesischen Küste. Seinen Namen erhielt der Kutter von den 5 Söhnen des Eigentümers Georg Peters. AZ:5. ist die alte Kennnummer als Hochseefischereifahrzeug. A steht für den Regierungsbezirk Aurich, Z für den Heimathafen Neuharlingersiel.
Seit ihrer Außerdienststellung 1993 liegt die GEBRÜDER im Museumshafen des Sielhafenmuseums Carolinensiel. Hier wurde der historische Kutter restauriert und kann nun von Gruppen für Tagesfahrten ins Wattenmeer gebucht werden. Das demontierte alte Ruderhaus der GEBRÜDER hat in der Fischereiausstellung einen neuen Platz gefunden.
Die Tjalk IMMANUEL wurde 1912 in Dokkum/NL aus Stahl gebaut. Heimathäfen waren Groningen und Leeuwarden. Der Frachtsegler transportierte hauptsächlich Kartoffeln und Gemüse. Seine Fahrtgebiete waren Dollart, Ems, das Wattenmeer und die Nordsee.
1991 erwarb der Förderkreis Deutsches Sielhafenmuseum das Schiff. Nach ihrer Restaurierung ist die IMMANUEL heute wieder voll einsatzfähig. Mit ihrem Tiefgang von ca. 1 m ist die Tjalk besonders für Fahrten im Wattenmeer geeignet. |